Samstag, 24. Oktober 2020

Österreich liest - die BibliothekarInnen lesen mit!

Raffaela Romagnolo: Bella Ciao. Diogenes 2020.

 

Giulia Masca kehrt 1946 nach über 50 Jahren, mit ihrem Sohn wieder in die Heimatgemeinde zurück. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein „gutes“ Leben in Amerika aufbauen können, war verheiratet, Unternehmerin, wohlhabend. Sie hat einen Sohn großzogen und ist nun bereits Großmutter. Nun kehrt sie in jenen Ort zurück, in dem sie ihre beste Freundin und ihren Verlobten zurückgelassen hat. Das Schicksal dieser drei Figuren wird nun in Retrospektiven und Beschreibung gegenwärtiger Momente spannend und dramatisch geschildert. Unterschiedlicher hätten die Lebensläufe dieser drei Menschen und ihrer Familien nicht verlaufen können und doch gibt es verbindende Elemente, derer sich eigentlich keiner der Protagonisten bewusst ist. Italien um die Jahrhundertwende, soziale Ausbeutung und Unterdrückung, der erste Weltkrieg mit seinen Folgen, eine erstarkende faschistische Bewegung, Konflikte mit der großteils kommunistischen bzw. sozialdemokratischen Bevölkerung, Beginn des 2. Weltkrieges und nun, 1946 der Versuch sich wieder aufzurichten und neu zu orientieren.

„Bella Ciao“ ein facettenreicher Roman, der an die Tradition zahlreicher italienischer AutorInnen anknüpft mit dem Bemühen die dunkle Aera des faschistischen Italiens aufzuarbeiten.

Regina Stolze-Witting

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