Dienstag, 12. März 2019

LESERstimmen 2019

LESERstimmen.at

„LESERstimmen – Der Preis der jungen LeserInnen“ 


ist ein vom Büchereiverband Österreichs organisiertes Kinder- und Jugendliteraturfestival. Das Festival wird von 18. März bis 31. Mai 2019 stattfinden. Ein Beirat hat im Oktober 2018 zwölf Werke der Kinder- und Jugendliteratur nominiert, deren AutorInnen und IllustratorInnen in Österreichs öffentlichen Bibliotheken lesen werden. 

Das junge Publikum entscheidet per Stimmkarte, welches Buch das beliebteste ist und mit dem „Preis der jungen LeserInnen“ ausgezeichnet wird.


Alle nominierten Bücher kannst Du in der Bibliothek Zirl ausleihen. Stimmkarten liegen auf und Du musst Dich nur noch für Dein Lieblingsbuch entscheiden!

 

 

 Folgende Bücher stehen zur Wahl

 

Habinger, Renate: Nicht schon wieder stöhnt das Grubenpony und macht sich auf den Weg

ab 3 Jahren

In Unterdachsberg muss man einfach wohnen. Es gibt hier alles, was man braucht, und sogar noch ein bisschen mehr. Eine Linde auf dem Hauptplatz, eine Apotheke neben dem Rathaus und einen Sportplatz mit Fußballtoren. Man könnte also ganz zufrieden sein, so als Bewohner von Unterdachsberg. Dennoch ist das Grubenpony ein bisschen unrund. Ihm ist nämlich kalt. Und das hat seinen Grund: Sein Haus ist wieder einmal auf und davon. Mitten in der Nacht. Einfach drauflosmarschiert. Schlafwandeln nennt man das. Jetzt muss sich das Grubenpony auf die Suche danach machen, dabei ist es doch so schrecklich müde …

Es ist eine ganz eigene Welt, die Renate Habinger hier aufbaut – nicht zuletzt im wortwörtlichen Sinn. Aus den verschiedensten Materialien erstellt sie in beeindruckender Kleinarbeit Kulissen und Figuren, arrangiert und fotografiert sie und kombiniert diese Fotos letztlich wieder mit Illustrationen. So entstehen faszinierend vielschichtige Bilder: idealer Schauplatz für all die ungewöhnlichen Figuren, die sich hier mitten in der Nacht treffen, obwohl ja eigentlich ganz Unterdachsberg schläft – so mehr oder weniger. 








Sarihi, Sepideh: Meine liebsten Dinge müssen mit
ab 4 Jahren

Das Mädchen zieht mit seinen Eltern in ein anderes Land. So vieles möchte es mitnehmen. Aber was ist, wenn man nicht alles einpacken kann? Oder kommen die Dinge, die einem zum Liebsten geworden sind, vielleicht doch irgendwie mit?


 







Janisch, Heinz: Die Schlacht von Karlawatsch 

ab 5 Jahren

Etwas Blaubeereis tropft einem Hund aufs Fell. Das löst einen Streit aus. Der Streit weitet sich aus. Schon rücken die Heere vor, und ihre Feldherren schreien: „Vorwärts! Rückwärts! Los!“. Da fliegen Hüte zu den Gegnern. Die werfen zurück. Es folgen Rockknöpfe, schließlich Uniformen, und plötzlich stehen alle in Unterhosen da. Jetzt weiß niemand mehr, wer zu welchem Heer gehört. „Ich habe Hunger!“, ruft einer. „Ich auch, ich auch!“, tönt es von allen Seiten. Schon lockt der Geruch von Bratwurst und der Gedanke an die Liebsten zu Hause die Männer vom Schlachtfeld. Nur die Feldherren bleiben starr wie Denkmäler zurück. 



 



Puchner, Willy: Willy Puchners Fabelhaftes Meer 


ab 5 Jahren

So weit, so tief, so vielfältig, so schwerelos: eine Liebeserklärung des Künstlers an die Ozeane und an alles maritime Leben. Willy Puchner bezaubert mit seinem Panoptikum des Meeres in unzähligen verschiedenen Facetten. Nicht alles ist bloße Abbildung: Bei Willy Puchner verbinden sich Beobachtung und Phantasie, Gedanke, Idee und Poesie. Da gibt es schwimmende Elefanten, tanzende Tiefseekreaturen, bunte Regatten, ein Traum-U-Boot, Inseln voll bunter Vögel, die Fische im Teatro Mare, versunkene Schiffe und endlose Strände, die Finderglück verheißen …

Willy Puchner nimmt uns mit in eine phantastische, geheimnisvolle Sehnsuchtswelt, die wir so gut zu kennen meinen – und die doch immer neue Überraschungen bereithält. 




 
Wolfsgruber, Linda: Wir


ab 6 Jahren


 Auf den ersten Blick scheint dieses kleinformatige Bilderbuch ziemlich schlicht. Jedem der 45 verschiedenen Porträts hat Linda Wolfsgruber ein Adjektiv zur Seite gestellt, scheinbar wahllos und beliebig. Dabei ist genau diese Beliebigkeit Programm – und eröffnet eine überraschende Vielfalt in mehrere Richtungen: Wir – sind jung und alt, sind Mann und Frau, sind aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Augen-, Haar- und Hautfarben. Ein Bilderbuch, das uns die Vielfalt menschlichen Seins vorführt und klarmacht, dass jede und jeder zu diesem „Wir“ gehört. Wir – sind fröhlich, traurig, flatterhaft, gerührt, hübsch, einfallsreich …

Liebevoll und sorgfältig hat Linda Wolfsgruber diese Wörter ausgesucht, mit großer Freude an dem Facettenreichtum der deutschen Sprache. Die Kombinationen überraschen uns zuweilen, zuweilen scheinen sie perfekt zu passen. Und schon sind wir aufgedeckt: Wie schnell sind wir mit bestimmten Zuschreibungen (und damit in weiterer Folge mit Vorurteilen)? Wie sehr verändert das zugeordnete Adjektiv die dargestellte Person? Und was passiert, wenn dem Porträt ein anderes Adjektiv zur Seite gestellt wird? Wir – sind ein Kollektiv voller Individuen. Denn auch wenn wir alle zusammengehören, besitzt doch jede Person ihre Individualität, ihre Persönlichkeit, ihre eigene „Handschrift“.





Laibl, Melanie: Verkühl dich täglich


ab 7 Jahren

Pauli und seine Freunde haben ein Problem: die Wollsaison. Diese beginnt direkt nach der Badehosenzeit und zeigt sich durch kratzige und juckende Wollsachen auf dem Kopf, an den Beinen und um den Hals. Doch dieses Jahr nicht! Dieses Jahr wehren sich die Freunde und gründen den Verein „Verkühl dich täglich“. Sie wollen den Erwachsenen zeigen, dass man kein Wollzeugs braucht, um dem Winter zu trotzen. Kurzerhand beschließen Kinder, die im Winter geschlossene Eisdiele Titanic zu kapern und sich dort auf der Terrasse nieder zu lassen. „Wir werden dem Wollzeugs was husten und dabei nicht einmal die kleinste Gänsehaut bekommen“, tönen sie durch die Straßen. Die Revanche der Erwachsenen lässt nicht lange auf sich warten. Die Kinder proben den Aufstand und erleben doch den ein oder anderen „kalten Winter“. Übrigens: Diesen Verein hat es wirklich gegeben und zwar in Wien, in den 1930er Jahren. 



Rohrer, Michael: Frosch und die abenteuerliche Jagd nach Matzke Messer

ab 9 Jahren

Frosch heißt in echt natürlich nicht Frosch. Eigentlich heißt sie: Lupinie Anneliese Meltzer. Aber so nennt sie niemand. Frosch passt einfach viel besser zu ihr. Und das nicht nur, weil sie gern grüne Sachen trägt. Frosch liebt außerdem Abenteuer – sie will Drachen besiegen, Hexen in den Hintern zwicken oder mit Riesenkraken um die Wette tauchen. Doch ein Abenteuerurlaub scheint das keiner zu werden, den ihre Eltern da für sie ausgesucht haben: Sommerferien am Gurkenbauernhof. Adieu aufregendes Leben, das kann man dann wohl vergessen. Wenn sie sich da mal nicht gründlich getäuscht hat …

Mit seinem ausgezeichneten Gespür für außergewöhnliche Figuren und großem sprachspielerischen Können gelingt Michael Roher ein absurd-witziger Kinderroman, der nichts zu wünschen übrig lässt: Frosch platzt in eine Gurkenparty, wird Haushaltshilfe bei einer Hexe, die sich irrtümlich zu einem Drachen verwandelt, rockt mit einem Pharao zu Heavy Metal, fliegt mal kurzerhand zum Mond, landet in Graf Gurgels Gruselschloss und steht ihm, dem einen, gesuchten, letztlich tatsächlich gegenüber – Matzke Messer, dem gefürchteten Kinderfresser. Ob Gurkenbauer Junior rechtzeitig gerettet werden kann?






Fabsits, Tanja: Der Goldfisch ist unschuldig 

ab 9 Jahren

Henri ist wütend. Richtig wütend. So wütend, dass er den Goldfisch aus dem Fenster wirft. Samt Glas. Weil sein Papa seit Monaten nur mehr diesen Goldfisch anstarrt. Auf dem Sofa liegt, sich nicht bewegt, nicht reagiert, nicht redet. Nur starrt. Nicht einmal Henris Briefe liest er, die er ihm immer wieder unter den Kopfpolster stopft. Aber der Goldfisch kann nichts dafür – das erkennt Henri schnell. Und hat Glück, denn das Glas ist direkt in die offene Mülltonne gesaust, die der Hausmeister gerade aus dem Hof holen wollte. Goldie ist also gerettet, doch das Papa-Problem weiterhin nicht gelöst. Dazu braucht es einen Plan, und zwar einen ziemlich guten. Das meint zumindest Signore Montesanto – der italienische Hausmeister, oder auch Geheimagent, das weiß man nicht so genau. Gute Pläne sind jedoch rar und so mancher kann schnell durchkreuzt werden, vor allem wenn man die Hilfe von anderen braucht, und noch viel mehr, wenn die gar nicht helfen wollen. So stolpert Henri von einem Plan in den nächsten und muss seine Gehirnwindungen mächtig anstrengen, um seinem Ziel näherzukommen – unterstützt durch so manches faszinierende Agenten-Gespräch mit Montesanto im Stiegenhaus.

In ihrem Erstlingswerk gelingt es Tanja Fabsits in beeindruckender Weise Henris Geschichte mit einer Leichtigkeit zu beschreiben, die der Thematik an keiner Stelle ihre Ernsthaftigkeit und Tiefe nimmt. Ob Henris Papa tatsächlich eines Tages wieder vom Sofa aufstehen wird? 







Petrasch, Verena: Sophie im Narrenreich 

ab 11 Jahren

An ihrem 12. Geburtstag entdeckt Sophie in ihrem Schrank einen wundersamen Kerl mit petrolfarbenem Haar. Er stellt sich als Theobald vor und ist … ein echter Narr! Einer, der den Menschen im Verborgenen Glücksmomente schenkt. Die Welt der Narren existiert parallel und unbemerkt zur Menschenwelt. Doch beide sind bedroht: Der grausame Zaubernarr Kiéron und sein Heer der Schwarznarren verbreiten Düsternis und Schwermut. Wird sich die alte Prophezeiung des Narrenlieds erfüllen und Sophie beide Welten vor der Herrschaft der Schwarznarren bewahren können? 






Orlovský, Sarah M.: ich#wasimmerdasauchheißenmag 
ab 13 Jahren


Nono (Veronika) ist gerade 15, als ihre Mutter noch einmal schwanger wird. Und angesichts dessen, „was da in Mamas Bauch schwimmt“, sieht sich die Ich-Erzählerin ziemlich unter Druck gesetzt. Erstens: Da kommt vielleicht genau das Kind nach, „das sich Mama immer gewünscht hat, ein liebes, süßes Gugugaga-Baby“. Aber Nono weiß auch: Das Baby und sie müssen zusammenhalten. „Denn von wem soll der/die/das Kleine sonst etwas über die Welt lernen?“ Daher zweitens: Nono muss dringend herausfinden, wer sie eigentlich ist. Zur Verfügung stehen ihr dazu 200 Notizheft-Seiten, lange Sommerferien zuhause, ein beginnendes Schuljahr und die fixe Idee, über ein bestimmtes Outfit zu ihrem wahren Ich finden zu können.

Auch in ihrem zweiten Jugendroman beweist Sarah Orlovský ihr großes Gespür für die Sorgen und Sehnsüchte von Jugendlichen. Gemeinsam mit ihrer Protagonistin macht sie sich auf die Suche nach den (vermeintlichen) Versatzstücken menschlicher Identität. Entstanden ist dabei eine beeindruckende Collage sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten: tagebuchartige Einträge, Kurznotizen, Listen, Lexikonartikel, Gedichte und Hashtag-Kommentare, kombiniert mit Zeichnungen und Skizzen von Ulrike Möltgen.








Kramer, Irmgard: 17 Erkenntnisse über Leander Blum 


ab 13 Jahren

Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt. Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen. Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt.

„17 Erkenntnisse über Leander Blum“ ist ein großartiger Jugendroman über Freundschaft und Kunst, über tiefste Verzweiflung und äußerste Hingabe und eine Liebe, die alles rettet. 


 

Steinkellner, Elisabeth: Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen


ab 14 Jahren

Simon ist auf der Suche nach einer Farbexplosion im Alltagsgrau. Mit der Hoffnung, eine Zugbekanntschaft wiederzufinden, fährt er kurzerhand in eine fremde Stadt. Antonia hat das Suchen aufgegeben und treibt ziellos durch ihr Leben. Zufällig kommen sie an einer Parkbank miteinander ins Gespräch. Obwohl oder gerade weil sie sich nicht kennen, können sie über Dinge sprechen, die sie sonst für sich behalten. Können für ein paar Tage Erinnerungen und Tagträume miteinander teilen. Als ihre Wege sich wieder trennen, scheint alles möglich.
Eine Momentaufnahme der Veränderung – leicht und berührend wie ein guter Song!

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